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Ein Interview mit dem Dokumentarfilmer und Autor Tom Dauer

Zwischen Taubenberg und den Anden – der Dokumentarfilmer Tom Dauer

Am Taubenberg ist er zu Hause, doch am liebsten arbeitet er in den großen Gebirgen der Welt. Ihn begeistern nicht nur die Landschaften, sondern vor allem die Leute, die dort leben und deren Geschichten. Das Gespräch mit dem Autor und Dokumentarfilmer Tom Dauer führten Daniela-Lieselotte Martin und Viktoria Specht.

Herr Dauer, wie Sind Sie zum Filmen gekommen?

Ich bin über meine große Leidenschaft des Kletterns und Bergsteigens zum Schreiben und Filmemachen gekommen. Schon während meiner Schulzeit habe ich für das Berg- und Skijournal der Süddeutschen Zeitung geschrieben. Über die Journalistenschule habe ich dann auch Spaß am Filmen bekommen.

Welche Themen begeistern Sie?

Einerseits der Bergsport, andererseits ist es aber noch viel mehr der regionale Bezug dazu. Mich interessieren die Berge und die Menschen, die dort leben und die Geschichten, die dort passieren. Es sind die politischen, gesellschaftlichen und historischen Themen, die ich spannend finde und die ich zum Teil auch schon umgesetzt habe. Natürlich finde ich es aber auch immer schön, wenn ich mich in der Natur bewege.

Sie reisen sehr viel. Was hält Sie an Ihrem Lebensmittelpunkt in der Valley?

Es ist einfach die Landschaft hier, in der ich mich daheim fühle und mich gut auskenne. Als wir vor einigen Jahren in die Gemeinde gezogen sind, wurden wir sehr herzlich aufgenommen und waren sofort integriert. Das inspiriert bis heute. Wenn man das selbst so erlebt hat, trägt man das gerne auch nach außen. So komme ich auch immer gerne wieder zurück.

Welcher Dreh ist Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Vor einigen Jahren wollten wir im patagonischen Inlandeis eine Zweitbesteigung auf einer neuen Route machen und das filmisch dokumentieren. Um überhaupt zum Berg zu kommen, musste man drei Tage über das Eis laufen und dabei einen Schlitten hinter sich herziehen – voll bepackt mit Ausrüstung. Leider waren meine Schuhe ein bisschen zu klein und es hatte in Patagonien ungewöhnliche minus 25 Grad zu dieser Jahreszeit. Am Tag des Aufstiegs sind mir meine Zehen erfroren, das wurde mir aber erst im Zelt bewusst. Auf das erhoffte Kribbeln wartete ich vergebens. Der drei-tägige Rückweg zum Ausgangspunkt in Chalten wurde so zur Höllenqual. Erst nach wochenlangen Infusionen in der Heimat sind die Wunden verheilt.

Welche Projekte stehen aktuell an?

Zurzeit mache ich mit einem Freund zusammen einen Film über den Wilden Kaiser und mit dem ORF eine Dokumentation über die Streif (Skirennstrecke oberhalb von Kitzbühel – Anm. der Redaktion). Das wird mein erster Kinodokumentarfilm, er soll im Januar 2015 zur 75-Jahr-Feier des Skirennens Premiere haben.

Gibt es auch ein Projekt im Ausland?

Ja, das Projekt, das mir besonders am Herzen liegt, ist ein Film über Afghanistan. Meine Eltern waren in den 60er Jahren Entwicklungshelfer und mein Vater hat dort unter anderem einen Skilift in der Nähe von Kabul gebaut. Diese Geschichte würde ich gerne aufarbeiten, zumal ich kürzlich einen Super 8-Film mit Material von damals gefunden habe. Und es gibt heute eine kleine Gruppe von jungen Skitourengehern in Afghanistan, die sich für ihre Bergregionen begeistern. Da würde ich gerne eine Verbindung herstellen – von damals zu heute.

Text: Daniela-Lieselotte Martin und Viktoria Specht

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