KulturValley
Kultur in Valley > Kunst > Karl Jakob Schwalbach
Karl Jakob Schwalbach
Bildhauer
Anderlmühle 7
83626 Valley
Tel.: 08024/1269
E-Mail: kj.schwalbach(ät)t-online.de

Karl Jakob Schwalbach

Bildhauer

Karl Jakob Schwalbach ist 1937 in Frankfurt am Main geboren. Mit fünf Jahren wird er zum Kriegswaisen und wächst als Pflegekind bei drei verschiedenen, „guten“ Pflegeeltern in der Rhön, in Unterfranken und in einem oberhessischen Pfarrhaus auf. Von 15 bis 18 Jahren macht er zwei Lehren als Wachszieher und als Wachsbildner in Mainz und München und gründet anschließend für kurze Zeit eine Werkstatt für Wachskunst in München-Waldtrudering.

Nach ersten zeichnerischen Versuchen und Modellierkursen nimmt Schwalbach 1957 ein Bildhauerstudium an der Münchner Akademie bei Josef Henselmann auf. Neben Bildhauerei beschäftigt er sich dort mit Druckgrafik, Goldschmieden und Metalltreiben und verbringt von 1961 bis 1962 ein Jahr als Stipendiat des DAAD (Deutschen Akademischen Austauschdiensts) an der Escuela Massana in Barcelona. Auf langen und abenteuerlichen Reisen mit dem Fahrrad, dem Motorrad und per Autostopp studiert Schwalbach die Kunst anderer Länder und Kulturen, zum Beispiel in Ägypten, Sudan, Indien, Türkei, Iran, Afghanistan, Pakistan und Skandinavien. 1962 eröffnet er sein erstes Atelier in München in der Au, 1964 schließt er sein Akademiestudium mit Diplom und als Meisterschüler ab, 1966 heiratet er die Goldschmiedin und Malerin Hannelore Kampmann. Das Paar erwirbt 1972 die ehemalige Anderlmühle an der Mangfall in Valley; hier ist seitdem ihr Lebens- und Schaffensmittelpunkt.

Schwalbach erlernt die Technik des Stahlschweißens in den Edelstahlwerken Buderus in Wetzlar und das Bearbeiten von Steinen in den Muschelkalkbrüchen bei Würzburg und in den Granitbrüchen von Hauzenberg/Niederbayern. In der Anderlmühle richtet er eine eigene (mittlerweile aufgelassene) Bronzegießerei ein. Schwalbach etabliert sich als Bildhauer großer Skulpturen und wird mit zahlreichen Aufträgen für architekturbezogene Großplastiken („Kunst am Bau“) betraut: Brunnen aus Granit und Stahl, kommunikative Plätze mit Sitzgelegenheiten, Sonnenuhren und figürliche Plastiken aus Stahl und Bronze sind sein Hauptarbeitsgebiet. Seine teils sehr großen Werke, wie zum Beispiel die 16 Meter hohe stählerne Kreuzgruppe St.-Jakobus in München-Neuperlach oder „Tränen der Erde“ in Thalham – haben doch immer ein zutiefst menschliches Maß.

Herr Schwalbach, was ist das Besondere an Ihrer Kunst?

An meiner Kunst ist nichts Besonderes (lacht). Die Objekte müssen gut gemacht sein, die Gestaltung muss stimmen und sie sollen eine Geschichte erzählen. Ich beschäftige mich immer mit einem bestimmten Thema, das kann etwas Religiöses sein, etwas Mythologisches oder Motive aus dem Leben.

Wo sehen Sie Ihre Kunst am liebsten?

Meine Werke stehen ja vornehmlich im öffentlichen Raum. Bevor ich ein Kunstwerk gestalte, schaue ich mir an, wo es stehen wird. Wie steht die Sonne? Wie geht der Wind? Ich freue mich, wenn ich dann beobachte, dass die Menschen meine Werke annehmen, dass Leute Wasser aus den Brunnen holen, dass jemand mit dem Finger an einem von mir gehauenen Stein entlangfährt, dass sich Menschen auf den Plätzen aufhalten, die ich gestaltet habe. Wenn das Werk den Menschen nicht gefällt, ist es möglicherweise umsonst gewesen.

Was ist das Besondere daran, in Valley zu arbeiten?

Hier, direkt am Ufer der Mangfall, habe ich einerseits den Raum für meine Arbeit, also viel Platz und die Möglichkeit, Lärm zu machen, und andererseits die inspiriernde Natur und die Ruhe, um zu entwerfen und zu gestalten.

Was bedeutet Valley für Sie?

Valley ist meine Heimat geworden.

 Text: Simone Kayser

 

Ausstellungen (Auswahl):

  •  Aktuell: 28. August – 9. November 2014 „Schwalbach“,
    Stadtmuseum Bad Tölz, Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
  • 2011 „Paare“ – Erinnerung an das Paradies, Bronzeskulpturen, Galerie des Bezirks Oberbayern im Maierhof des Klosters Benediktbeuern
  • 2011 Kunst im Kies, Beteiligung mit einem großen Stahlpferd, Kunstkreis Gräfelfing
  • 2007 „Siehe, da war ein weißes Ross“, Kloster Benediktbeuern
  • 2006 „Kreuzwege“, Teilnahme Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, München
  • 1995 Galerie der Bayerischen Landesbank, München
  • 1990 „Menschenbilder“, Lokschuppen, Rosenheim
  • 1964 Galerie „De Eik“, Antwerpen
  • 1963 Galerie Stenzel, München
  • 1962 Deutsches Kulturinstitut, Barcelona
  • 1959 Haus der Kunst, München, jahrelange Beteiligung an den „Großen Kunstausstellungen“

Arbeiten im öffentlichen Raum (Auswahl aus 60 Projekten):

  • Schöpfbrunnen, Granit und Stahl, Friedhof St. Andreas, Hohendilching, Valley (2013)
  • Platzgestaltung, südlicher Rathausplatz, Weyarn (2009)
  • Altarraumgestaltung, St. Georg, Georgenried (2008)
  • „St. Christophorus“, Brunnen, Bronze, 4,30 m h., vor Kreissparkasse Weyarn (2006)
  • „Tränen der Erde“ am Spiralschacht des Mangfallstollens der Münchner Wasserversorgung in Thalham/Weyarn, Granit und Stahlrohre, Bodensonnenuhr, Brunnen, Aussichtshügel, Wasserwerke München (1998)
  • Kreuzgruppe, Kirche St. Jakobus,16 m h., Stahl, München-Neuperlach (1998)
  • Brunnen, Basalt und Stahl 9 m h. Bad Orb/Spessart (1998)
  • „Totenbrett“, Bronzeplatte, 2 m h., Kirchhof in Hohendilching/Valley (1995)
  • „Die endlose Schiene“, Stahlskulptur, 6 m h., Orleanstraße 34, München (1990)
  • „Genesis“, Granitbrunnen, Landesgehörlosenschule Trier (1988)
  • Granitbrunnen, 12 m h., zur 2000 Jahrfeier der Stadt Trier, Vorplatz Kurfürstliches Palais, Trier (1985)
  • „Genesis“, Arbeitsministerium Nordhof, Winzererstraße, München (1984)
  • „Baumzeichen“, Bronze 7 m h., Kreisverwaltungsreferat München (1980)
  • Juristenhof der Universität München, Granitbrunnen und Sitzforum (1976/78)
Logo der Gemeinde Valley Link zu NN Link zu Facebook
Diese Website wird über das OpenSource-CMS WordPress gepflegt.