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Bildhauer Tobel – unterwegs in der Welt, daheim in Valley

Reinkrabbeln erwünscht!

Gerademal zehn Quadratmeter groß ist die Werkstatt des international preisgekrönten Stars, acht Tonnen schwer teilweise seine in Stein gemeißelten Kunstwerke. Eine Dimension, die vor allem in Asien, Italien und in der Türkei großen Zuspruch findet. Dort lieben ihn die Landsleute für seine meterhohen Spiralen. Interviews mit Tobel laufen zur besten Sendezeit im asiatischen Fernsehen. Ein internationaler Star, der zuhause in aus Hohendilching Ruhe findet, um viel Krach zu machen.

von Susi Krauseneck

Bildhauer Tobel aus Valley mit schwerem Gerät beim Abschleifen einer großen Steinskulptur

Bildhauer Tobel aus Valley mit schwerem Gerät beim Abschleifen einer großen Steinskulptur

Seine Skulpturen stehen in vielen chinesischen Städten, taiwanesischen Museen oder koreanischen Gärten. Doch während ihm im Ausland die Menschen zujubeln, kann der 46-Jährige hierzulande noch unerkannt einkaufen gehen. Sein Haus und seine Werkstatt liegen direkt im malerischen Mangfalltal zwischen schattenspendenden Bäumen, hohen Bergen, grasenden Kühen und steinigen Kieswegen. Bei Regen kann es da schon mal Hochwasser geben. Doch genau diese Kraft und Unberechenbarkeit der Natur geben dem Bildhauer Inspiration für seine Werke.

Bis zum steinernen Herz

„Insbesondere Granit ist mein Schaffensquell“, schwärmt der Bildhauer. „Am liebsten habe ich sie mit einer feinen, durchgehenden Quarzader“. Das Millionen Jahre alte Material birgt eine Ur-Kraft in sich. Mit Hammer und Meißel ist er eher selten am Werk. In einem langsamen und arbeitsintensiven Prozess ringt er dem Stein Sicht für Schicht etwas ab, gräbt sich in sein Innerstes bis zu seinem steinernen Herz. Große, schwere und laute Geräte wie Drucklufthammer und Winkelschleifer braucht es, um mit viel Ausdauer zum Ergebnis zu kommen. „Im besten Fall hält das Endprodukt auch wieder tausende von Jahren“.

Mit Menschen wird die Kunst erst lebendig

Tobels Werkstatt in Valley zwischen Bäumen gelegen

Die Werkstatt von Bildhauer Tobel in Valley

Alles beginnt mit einer schlichten Zeichnung, einer Skizze. Danach fertigt Tobel die Idee in Gas-Beton, geschnitzt mit feinstem Werkzeug wie Messer, Stemmeisen und Spatel, bis dann zuletzt die Skulptur in teilweise übergroßen Ausmaßen entsteht. Bis zu zehn Stunden körperliche Arbeit am Tag steckt der Künstler in seine Werke. Rückenschmerzen sind da manchmal eine lästige Begleiterscheinung.

Tobel ist gelernter Steinmetz – wie auch schon sein Urgroßvater. In Italien und der Schweiz hat er schließlich die Bildhauerei studiert. Seine Skulpturen sind nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen. Darauf weist der Künstler ausdrücklich hin. „Wenn Kinder in die Spirale klettern oder Erwachsene darauf sitzen und für ein Foto posieren, macht das meine Kunst erst lebendig“.

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