KulturValley

Anja Gild

Sprache ist Klang

Anja Gild, Journalistin und Geschichtenerzählerin

Anja Gild,
Journalistin und Geschichtenerzählerin

Sprache fließend schreiben sprechen – das ist das Motto von Anja Gild. Und sie lebt es, egal ob beruflich als Trainerin für Online-Journalismus, in Gedichten oder im freimündlich erzählten Wort und in ihrer spät entdeckten Leidenschaft für das gesungene Wort.

„Bei allem, was ich mache, geht es mir vor allem um die gute Sprache. Sprache ist Klang und Musik“, kommentiert Anja Gild, die in München Germanistik studiert und ihre journalistischen Fähigkeiten bei der Süddeutschen Zeitung erworben hat.

Das freimündliche Erzählen hat Anja Gild erst vor wenigen Jahren für sich entdeckt. „Ich erzähle gerne mit meinen eigenen Worten, weil es die unmittelbarste Form der verbalen Kommunikation zwischen Menschen ist – da ist nicht mal das Blatt Papier eines Buches dazwischen, geschweige denn ein Fernseher, ein Handy oder ein Computer. Darin liegt der Reiz – ein Gegenentwurf zur medial vermittelten Kommunikation.“

Veröffentlicht hat sie bisher noch nichts, doch auf Veranstaltungen wie den Valleyer Kulturtagen hat Anja Gild ihre Gedichte und Geschichten vorgetragen. „Obwohl es immer schwierig ist, eigene Texte anderen zum Hören zu geben. Der eigene Text ist doch das eigene Herzblut. Aber so geht es vielen Malern auch.“ Anja Gild’s Traum: Eines Tages ein Buch zu schreiben, das dann irgendwann in einem Bücherregal stehen wird.

 

Vier Fragen an Anja Gild:

So bin ich zum Schreiben und Erzählen gekommen
In meinem Elternhaus und bei meinen Großeltern gab es immer Bücher. Deshalb habe ich von Kind an einen starken Bezug zur Sprache. Gerade in seelischen Notsituationen ist für mich das geschriebene Wort meine Ausdrucksform – egal ob im Brief oder im Gedicht. Meine Leidenschaft zum freimündlichen Erzählen habe ich mit meinen Kindern entdeckt, in Kursen geschult und dann öffentlich angefangen zu Erzählen. Dabei ist es wichtig, der eigenen Sprache zum rechten Zeitpunkt zu vertrauen. Man findet schon die richtigen Worte, wenn man sich auf eine Geschichte einlässt.

Das sind die Themen, die mich begeistern
Meine Themen kommen aus meinem eigenen Erleben und aus dem, was ich beobachte. Das sind Begegnungen mit Menschen und mit der Natur. Dabei interessieren mich eher die stillen, kleinen Momente. Meine Magisterarbeit habe ich über den österreichischen Dichter Adalbert Stifter geschrieben – einen Meister der leisen Töne.
Beim Erzählen interessieren mich ebenfalls die leisen Themen, vor allem aus dem Märchenbereich – das hängt vielleicht mit meinem Studium der Volkskunde zusammen.

Hier schreibe ich am liebsten
In meinem Kopf schreibe ich ganz viel, ohne es auf Papier zu bringen. Ansonsten brauche ich viel Ruhe in mir und um mich herum – was meist erst spät nachts der Fall ist. Und dann schreibe ich bei mir zu Hause, am besten an einem Platz, der nur vom Lichtkegel einer Lampe beschienen ist und drum herum ist es dunkel.

Schreiben ist wie…
… eine Befreiung, weil das Innerste nach außen kommt. Und gleichzeitig ist Schreiben wirklich erschöpfend, eben weil es das Innerste nach außen kehrt.

Anja Gild wurde am 28. Januar 1967 in München geboren. 1996 entdeckt die Germanistin mit ihrer Familie Valley und verbringt fortan die Wochenenden und Ferien im „Haus am Fluss“, den Valleyern bekannt als „Nachtigallhaus“.
Im Dezember 2002 zieht die Familie ganz nach Valley. Heute lebt die Journalistin und Trainerin für Online-Journalismus mit ihren zwei Kindern am Ufer der Mangfall, die schon oft ein Ort der Inspiration für ihre Gedichte war. Seit 2011 organisiert sie als Teil eines ganzen Teams die Valleyer Kulturtage, die im Jahr 2015 das nächste Mal stattfinden werden.

Text: Brigitte E. Holtmann

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