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Reinhard Klamet
Bergstr. 44 a
83626 Valley

Tel. 0160 15 12 749

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Musiker mit Oboe und Gitarre

Ein Interview mit Reinhard Klamet

Reinhard Klamet spricht leise, liebt die Natur und die Musik. Er ist seit Jahren eine der tragenden Pfeiler in der Musikgemeinde Valley und seit Juni auch noch Kulturreferent. Er stellt das Programm der Valleyer Kulturtage zusammen, arbeitet als Musiklehrer und hat Valley im Laufe der Jahre schon mit sehr vielen, außergewöhnlichen Konzerten in großer und kleiner Besetzung mit und ohne ihn beschenkt.

Von Dr. Helga Wäß

Er bewegt sich in sämtlichen Musikgenres, interpretiert viel Kirchenmusik, spielt als festes Ensemblemitglied bei der Bläservereinigung „Camerata Strumentale“ und ergänzt mit seiner Oboe das Orchester der Opernbühne Bad Aibling. Und wenn er nicht gerade mit Profis unterwegs ist, bewegt er sich oft und gerne im Laienmusik-Bereich, übernimmt Engagements in kleineren Orchestern, in verschiedensten Formationen, von der Kammermusikbesetzung bis hin zum großen Blasorchester.

Herr Klamet, wie sind Sie zur Musik gekommen? Seit wann machen Sie Musik?
Ich habe erst mit 12 Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. Die Initiative ging von meinem damaligen Volksschullehrer, Hans Bichler, aus. Er hat mein musikalisches Talent gesehen und gefördert. „So“, sagte er, „ jetzt hast Du ein Bariton-Blechblasinstrument und dann spielst Du Fronleichnam in der Blaskapelle“. So fing alles an. Die Gitarre konnten wir uns nicht leisten. So bekam ich sie von meiner Cousine. Musik gab es immer in unserem Haus. Meine Mutter hat fast bis zum Lebensende Zither für gespielt und vor allem jeden Tag gesungen. Das hat sie fit gehalten.

Was ist das Besondere, in Valley zu musizieren?
Nach Valley bin ich eigentlich aus der Not heraus gekommen: Ich habe einen Raum zum Musizieren gesucht. Die erste Anlaufstelle war die Brunner Sophie, die in der Gemeinde wegen Räumen gefragt hat. Der damalige Bürgermeister, Josef Huber, war sehr offen und einverstanden. Valley nahm sich als Musiker sehr bereit auf. Dann hat sich langsam die Verbindung mit der Unterdarchinger Blaskapelle ergeben. Und so bin ich reingewachsen. Auch die Bekanntschaft mit Sixtus Lampl, den ich vorher schon kannte, wurde intensiver.

Wer oder was beeinflusst Ihre Musik?
Erst mal dominiert die Freude, mit anderen zusammen zu musizieren. Meine musikalischen Wurzeln finde ich in der Volksmusik. Prägend war sicherlich aber das Musizieren im Elternhaus und mit meiner Cousine. In der Verwandtschaft ist überhaupt viel musiziert und gesungen worden. Allerdings war ich schon damals immer wieder ein Eigenbrödler: Ich habe als Jugendlicher viel Klassik gehört. Die Oboe konnte ich überall heraus hören und es ist eine Sehnsucht entstanden. Und schließlich hat die Bundeswehr, bei der ich dann Musik studiert habe, den Grundstein für meinen weiteren beruflichen Werdegang gelegt.

Welche Art von Besuchern kommt zu Ihren Auftritten?
Alle, die Interesse haben. Natürlich auch je nach Gruppe, mit der ich spiele und nach Repertoire. Aber ich habe auch schon im Bundestag bei der Trauerfeier von Franz-Joseph Strauß gespielt. Und während der Zeit bei der Bundeswehr waren immer Vertreter der Politik da. Heute ist das Publikum ganz gemischt, von Jung bis Alt ist alles da.

Kommen Sie aus dieser Gegend?
Ich bin in Grub geboren. Allerdings war das damals Gemeinde Föching, nicht Valley.

Haben Sie eine Idee, warum Valley so reich an Kunst und Kultur ist?
Es ist, glaube ich, die Landschaft. Es ist die Vielfalt der Landschaft – vom hohen Fentberg bis zum tiefen Mangfalltal findet man hier jede Landschaftsform. Die Landschaft inspiriert. Daher auch die Vielfalt in der Kultur.

Spiegelt sich Ihre Herkunft in Ihrer Musik wieder?
Mein Verständnis von Natur und meine Beziehung zur Natur spiegelt sich sehr wohl in meiner Musik wieder. Ich habe das unbedingt Bedürfnis, meine innere Musik und mein musikalisches Erleben mit den Tönen der Natur, mit der Musik, die aus der Natur kommt, harmonisch oder auch disharmonisch in Einklang zu bringen.

Typische Valleyer Musik – was verstehen Sie darunter?
Gibt’s eigentlich nicht. Jeder Musiker, der in Valley wirkt, ist offen für alles und es werden alle Stilrichtungen bedient. Aber sie könnte entstehen. Wer weiß.

Venezuela, Nepal, Las Vegas….
Ich habe sehr positive Erfahrungen gemacht. Ich habe so viel Herzlichkeit und spontane Freude an der Musik erlebt, wenn ich im Ausland gespielt habe – das findet man hier eher selten. Es gibt ein Sprichwort: „Wo der Pfennig geschlagen wird, ist er nichts wert“. Ich habe oft den Eindruck, dass hierzulande irgendwie immer „der Deckel drauf ist“ – so empfinde ich das ganz persönlich. Irgendwie fehlt eine Begeisterungskultur. Ich habe auch erlebt, dass in andere Ländern, ich denke hier zum Beispiel an die Schweiz, eine andere Zuhör-Kultur herrscht. Der Musik wird auch in Situationen, wo Feierlaune eigentlich im Vordergrund stehen könnte, wirklich intensiv Gehör geschenkt wird. Das ist immer wieder anders als hier. Woran das liegt, weiß ich nicht. Und es ist ohne Zweifel meine ganz persönliche Erfahrung.

Herr Klamet, vielen Dank für das Gespräch.

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